Juhuu,
ab heute mache ich Cambridge mit dem Rad unsicher. Silvia hat mir ihrs gegeben, weil sie auf dem von ihrem abgereisten Freund besser fahren kann, sie ist etwas kleiner als ich. Ein wenig Fine-Tuning ist noch nötig und ich muss an die richtige Straßenseite denken. Deswegen hab ich auch auf meine linke Hand einen Stern gemalt *g*.
Bis später Tine
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Hey!
Hier mal wieder ein kleiner Bericht von der Insel! Nach meiner ersten Laborwoche und den ersten Ansätzen hatten wir hier dank Bank Holiday ein langes Wochenende. Das habe ich dazu genutzt, mir am Samstag noch ein paar mehr Colleges und Kirchen anzusehen, die nicht ganz so bekannt sind. Außerdem hab ich mich auf die Suche nach einem Fahrrad begeben, denn wie in Münster sind hier alle mit dem Rad unterwegs. Leider sind selbst die gebrauchten Räder hier ziemlich teuer. Aber wenn ich Glück hab, bekomme ich morgen eins von einem Freund einer Laborkollegin, der nicht mehr in England ist und seins einfach hier gelassen hat. Das wäre natürlich super!
Am Sonntag hab ich erstmal ordentlich ausgeschlafen und mich dann am Nachmittag mit einer anderen Deutschen getroffen, die hier auch ein Forschungspraktikum macht, allerdings im Department of Psychology. Wir waren dann einen Kaffee trinken, haben ein wenig über unsere Erfahrungen hier gequatscht und sind durch die Collegegärten spaziert. Martina hat nämlich schon ihre Unikarte, mit der man immer in alle Colleges umsonst reinkommt. Ich hab meine auch heute bekommen, aber sie muss noch aktiviert werden und dazu braucht man die Kopie des Registrierungsformulars, die ich heute natürlich nicht mit hatte. Ist fast wie in Deustchland hier mit den Formularen...
Am Montag bin ich dann von Cambridge ins nahe Grantchester gelaufen, immer am Fluss entlang. Grantchester ist durch die "Grantchester Group" um den Dichter Rupert Brooke bekannt geworden. Außer seinem Haus und der Kirche gibt es dort auch nur noch den berühmten Teegarten "The Orchard", wo schon viele bekannte Leute wie Wittgenstein, Virginia Woolf oder auch Prince Charles ihren Tee unter blühenden Apfelbäumen getrunken haben.
Dem Dorf Grantchester ist auch Brookes Gedicht "The Old Vicarage, Grantchester" gewidmet, in dem er schreibt:
"But Grantchester, oh Grantchester,
There's peace and holy quiet there, [...]
Stands the Church clock ten to three?
And is there honey still for tea?"
Ruhig und friedlich war es dort gestern auf keinen Fall, bei den vielen Menschen, die sich bei Sonnenschein am Feiertag dorthin auf den Weg gemacht haben. Deswegen hatte ich auch keine Lust mich in die Teeschlange zu stellen, aber die Kirchturmuhr um 10 vor 3 hab ich trotzdem mal fotografiert.
Den Nachmittag hab ich dann auf einer Wiese am Fluss verbracht und mir nen leichten Sonnenbrand geholt. Immerhin sollen hier in "The Meadows", also den Flussauen, schon Pink Floyd gesessen und ihre Lieder geschrieben haben.
Gestern Abend war ich dann noch beim Studienstiftungs-stammtisch hier in dem Pub, wo Watson und Crick quasi die DNA entschlüsselt haben *g*. Es war eine gemütliche kleine Runde, anscheinend haben viele keine Zeit gehabt wegen Exam Period, also waren wir nur zu viert.
Heute im Lab hab ich dann auch mal den ersten Ansatz an der Schlenck-Line gemacht, die Pumpe scheint gut zu sein und aus der Argon-Line kommt auch kein siffiges Öl mehr!
Wer mehr von dem Spaziergang am Montag sehen möchte, klickt am besten auf dieses Teegartenfoto!
Fotos aus dem Lab kommen sicher auch bald.
Liebe Grüße Tine
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Hallo alle zusammen!
Nachdem ich jetzt schon mehrmals gefragt wurde, wann ich endlich mal schreibe, wie es mir so geht, hier der erste Bericht aus Cambridge:
Nach sehr frühem Aufbruch in Essen bin ich am Freitag Vormittag gut per Flugzeug und Reisebus in Cambridge angekommen und wurde direkt von zwei Arbeitskreismitgliedern mit zum Chemiegebäude genommen. Dort konnte ich gleich viele neue Leute kennenlernen, deren Namen ich mir gar nicht alle merken konnte und hatte einen ersten Einblick in die Labore. Mit meinem schweren Koffer gings dann erstmal zum Hauptgebäude des Colleges, um meinen Schlüssel abzuholen und von dort aus weiter in Richtung neues Zuhause. Mein Zimmer in einem Altbau direkt am Fluss Cam ist richtig groß und nett eingerichtet, Küche und Bad teile ich mit ein paar anderen, die ich aber bis jetzt noch kaum gesehen habe. Den restlichen Freitag habe ich dann mit Ausruhen, Einkaufen und einem abendlichen Bummel durch die Stadt verbracht.
Samstag war dann die große Touristen-Tour angesagt, mit Stadtplan und mp3- Stadtrundgang bewaffnet, bin ich den ganzen Tag mehr oder weniger unterwegs gewesen und hab versucht in möglichst viele der alten Colleges reinzukommen, was für Besucher nicht immer möglich ist, besonders wegen der "Exam period". Die Studenten wollen ja auch mal ihre Ruhe zum Lernen haben. Bei dem tollen Wetter hab ich auch gleich in verschiedenen Parks hier Pause gemacht und die Punting-Boote auf der Cam beobachtet.
Sonntag wollte ich eigentlich meine Besichtigungstour fortsetzen, aber das Wetter hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich konnte mich grade noch vor dem großen Regen in ein Einkaufzentrum retten, die hier auch am Sonntag offen sind. Dann hatte ich keine Lust mehr und bin zu meiner Unterkunft zurück gelaufen, wo ich einen Zettel mit dem Zugangscode zum Internet vor meiner Tür gefunden habe. Den Nachmittag habe ich also zum Chatten, emails schreiben und Skypen genutzt. Beim Surfen habe ich durch Zufall gesehen, dass die Beatsteaks zur Zeit eine England-Tour machen und siehe da, am Sonntag war ein Konzert in dem Pub in meiner Straße geplant. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen, also schnell hin und hoffen, dass noch Karten zu haben sind. Ich hab dann wirklich noch für 8 Pfund (ca. 10 Euro) eine ergattern können und konnte in einem kleinen Raum mit ca. 150 anderen, meist Deutschen, die Beatsteaks live sehen, was wirklich toll war.
Zum Ende hin war es so warm, dass alle schwitzten und das Wasser von der Decke tropfte. Die Frau hinter der Bar hat sich dann einen Spaß daraus gemacht uns alle mit dem Wasserschlauch nasszuspritzen. Ein super Konzert, am Ende als alle "Zugabe" riefen, schauten die paar anwesenden Engländer schon etwas komisch.
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Am Montag ging dann mein erster richtiger Tag im Lab los, zunächst mit Formulare ausfüllen, Fototermin beim hauseigenen Fotografen (ein lustiger Typ, er war ganz stolz, dass er Umlaute am Computer tippen kann für den Namen auf meiner Zugangskarte) und Sicherheitseinweisung. Dann habe ich auch mein Projekt erfahren und dass ich mit Rob zusammen arbeiten werde.
Heute war dann ein bißchen Literatur lesen angesagt und ein paar Ausgangsprodukte mussten aus den Katalogen gesucht werden. Ich hab dann auch direkt mal drei neue Amine bestellt auf meinen Namen, mal sehn, wann die ankommen. Mehr war heute noch nicht los, mein Abzug ist jetzt sauber und nicht mehr zugemüllt und ca. 10 Schlenkkolben sind ins Base- bzw. HCl-Bad gewandert.
So, das wars eigentlich auch schon, gleich werde ich mir etwas kochen und versuchen ein paar Bilder hier einzubauen. Wenn ihr sie seht, hat es geklappt. Mehr Fotos gibt es auch hier .
Liebe Grüße Tine
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