Tines Collegeblog
Mayweek, Punting und die Küste in Norfolk

Hallöchen!
Ja, mich gibt es auch noch! Ich dachte mir, ich könnte den Blog mal so langsam wieder auf den neuesten Stand bringen. Ich fang mal mit der Mayweek an. Das ist die Woche nach den letzten Examen hier, etwas verwirrend, weil sie Anfang Juni ist.
Traditionell sind dort zunächst die May Bumps: Das sind die Bootsrennen der Colleges. Dabei starten die Boote an 5 aufeinander folgenden Tagen örtlich versetzt auf der Cam und versuchen, den Vordermann während des Rennens einzuholen, also zu "bumpen". Wenn sie das geschafft haben, starten sie am nächsten Tag eine Position weiter vorne. Es gibt mehrere Divisions und Ziel ist es am letzten Tag "Head of the River", also Erster in der 1. Division zu sein. Ich war am Samstag da, leider mussten wir eine ganz schön weite Strecke am Fluss laufen um zu der Rennstrecke zu kommen. Mit dem Rad wäre es schneller gegangen, aber das hatte zu dem Zeitpunkt noch nen Platten (den ich aber eigenhändig beseitigt habe, was man so alles Nützliches lernt in Cambridge).
In der May Week finden auch sehr viele Partys und die berühmten May Balls statt, für die ich aber weder eien Karte noch das passende Outfit hatte. Die großen Colleges verlangen auch mehr als 100 Pfund für eine Karte und versuchen sich dann gegenseitig zu übertrumpfen
So konnte ich zwei großartige Feuerwerke ansehen, jeweils von der Brücke des anderen Colleges und umsonst! Ich glaube, so ein schönes Feuerwerk hab ich noch nie aus solch einer Nähe gesehen.
Außer der May Week habe ich mittlerweile zwei Mal Punten können, so heißt das Rumfahren in den Booten auf der Cam. Man steht hinten auf dem Boot und stößt sich mit einem Stab am Grund ab. Eine wackelige Angelegenheit...Das erste Mal war ich mit ein paar Deutschen, Italienern und Franzosen aus Cambridge unterwegs, das zweite Mal war Lena aus York mit zwei Arbeitskollegen zu Besuch.
Außerdem hatte ich vorletzten Samstag eine kleine Party mit Pizza bei mir im Zimmer, wir sind danach auch noch in einen CLub hier gegangen, aber so ganz überzeugt hat der mich nicht. Für die 8 Pfund Eintritt hätte ich doch etwas mehr erwartet und die Musik war auch nicht so der Hit! England ist halt teuer. Wenigstens konnten wir uns wieder mal über das Styling der englischen Mädels lustig machen, auch bei eiskalten Temperaturen laufen die noch in Minirock rum, ach was sag ich Gürtel trifft es besser.
Letztes Wochenende haben Julia und ich es dann auch endlich an die Küste geschafft. Wir sind mit dem Zug nach Sheringham in Norfolk gefahren und wollten von dort aus nach Cromer laufen und den Zug zurück nehmen. Sheringham war ein sehr seltsamer Ort: lauter Rentner, nur Touri-Läden mit ganz viel Kitsch und ein einbetonierter Küstenabschnitt mit Promenade...wir sind lieber schnell gefüchtet, den North Norfolk Coast Path entlang. Zunächst ging es auch ganz nett los, über einen Hügel mit schöner Aussicht, aber dann kamen die Campingplätze. Gleich drei Stück mit riesigen häßlichen Campinghäusern in beige oder braun. Wie man nur in sowas Urlaub machen kann. In dem letzten haben wir uns dann auch verlaufen und nur knapp dem Campingplatz-Trauma entkommmen. Das letzte Stück konnte man dann direkt am Meer antlang laufen, das war wieder schön. Fürs Baden war es mir doch etwas zu kalt, obwohl ich mal vorsichtshalber Badesachen eingepackt hatte. Aber mit den Füßen war ich drin :-).
In Cromer gab es auch viele Wochenendgäste und komische Kitschläden, aber es war ncith ganz so schlimm. Wir hatten fish and chips und frische Krabben zum Lunch und sind dann noch zum Leuchtturm gelaufen, der auf einer Klippe etwas außerhalb stand. Dort oben war wirklich der schönste Platz überhaupt, auf einer Bank konnte man weit die Küste entlang schauen. So müde wie wir waren, wären wir beinahe nicht mehr zurück gelaufen. Aber unser Zug fuhr ja...
Am Sonntag war erstmal Ausschlafen angesagt, dann war ich in der Stadt ein bißchen durch die Straßen schlendern und für das BBQ am Abend einkaufen. Wir wollten nämlich das EM-Finale bei Stephan auf der Dachterasse schauen und dabei Grillen.
Passend zur Halbzeit fing es dann aber an zu Regnen, so dass wir in die Wohnung gehen mussten. Da wurde es dann etwas eng, aber da gerade ein Mitbewohner ausgezogen ist, passten wir alle in das leere Zimmer. Der Ausgang ist ja bekannt, die einzige Spanierin, die anwesend war, wollte sich auch nicht so richtig freuen, vielleicht ihrem deutschen Freund zu Liebe, der doch sehr enttäuscht war.
Diese Woche ist ein kleiner Labor Ausflug in das einzige Freibad hier geplant. Aber unter Freibad stellt euch bitte kein deutsches Freibad vor...es ist einfach ein langes Becken im Freien und das Wasser wird nicht geheizt. Mein Supervisor ist ganz verrückt danach und geht fast jeden tag zum Lunch schwimmen. Am Donnerstag kommen wir auch mal mit, einmal kann man ja frieren.
So, das war auch schon alles, was so passiert ist.
Neue Fotos gibt es wie immer hier oder auch bei Julias Fotoalben .
Liebe Grüße Tine

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